Soziale Isolation: Allein unter vielen

Anima Pluma | Susann Schmuhl
21. Juni 2024

Die leisen Rufe der Einsamkeit

Wenn du das Gefühl hast, mitten unter Menschen einsam zu sein und dich nach und nach aus dem sozialen Leben zurückziehst, dann nennt man das Soziale Isolation. Mit diesem Gefühl bist du nicht allein, obwohl wir in einer vernetzten Welt leben, fühlen sich viele dennoch einsam oder suchen die Isolation. Dieses Phänomen hat tiefgreifende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und erfordert unsere Aufmerksamkeit.

Ursachen der sozialen Isolation

Persönliche Faktoren

Deine Gründe für einen Rückzug können vielfältig sein. Oft liegt eine Sinnkrise dahinter wie zum Beispiel Trauer oder die bekannte Midlife-Crisis. Denn wenn der Sinn angekratzt ist, führt das oft dazu, dass wir uns zurückziehen. Genauso können Krankheiten oder traumatische Erlebnisse für einen Rückzug sorgen.

Gesellschaftliche Faktoren

Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, die teilweise hohe Anforderungen hat und dabei sehr schnelllebig ist. Diese Lebensweise kann überfordern und sich, gerade in Krisenzeiten, nach unüberwindbaren Hürden anfühlen.

Technologische Einflüsse

Zu viel Online-Zeit kann isolierend wirken. Dadurch geht uns die Verbindung zum Hier und Jetzt verloren, aber auch zu den Menschen in unserer Umgebung. Ein Gespräch kann keine Tiefe erreichen, wenn wir dabei zeitgleich am Smartphone hängen.

Anzeichen sozialer Isolation

Die Gefühle Traurigkeit und Angst sind häufige Begleiter der Isolation. Aber auch Erschöpfung und das Gefühl, dass die Teilnahme am sozialen Leben überfordert, ist ein häufiges Anzeichen. Der Rückzug von sozialen Aktivitäten und das Meiden von Treffen sind deutliche Anzeichen.
Zufriedenheit statt Erfolg
Was kannst du tun?

Selbstfürsorge

Achte auf deine Bedürfnisse, schlafe ausreichend und mach jeden Tag etwas, dass dir guttut und aus dem du Energie ziehen kannst.

Freundschaften pflegen

Welche Menschen tun dir gut? Versuche eine Verbindung mit ihnen zu schaffen, die für dich gerade passt. Vielleicht ist dir ein Anruf statt einem Treffen lieber? Oder du schreibst Briefe an einen Freund. Spür in dich hinein, was sich für dich richtig anfühlt.

Teilnahme an Gruppenaktivitäten

Wenn du Gruppen magst, kannst du dir auch eine passende Gruppenaktivität suchen, wie beispielsweise einen Yogaverein, einen Sportverein oder was dir Spaß macht.

Professionelle Unterstützung suchen

  • Psychologische Beratung: Therapeuten können helfen, die Ursachen der Isolation zu verstehen und Strategien zu entwickeln.
  • Wegbegleiter: Ein wertschätzender Begleiter auf deinem Weg kann dich mit einem Blick von außen unterstützen und dir dabei helfen deinen Weg zu finden.
  • Selbsthilfegruppe oder Gruppen zur Selbstfindung: Der Austausch in Gruppen kann dich ermutigen und unterstützen, gerade in geführten Gruppen zur Selbstfindung hast du zusätzlich gute Möglichkeiten zur Reflexion.
Wie Du Betroffenen helfen kannst

Unterstützung anbieten

Biete Deine Unterstützung an. Manchmal reicht ein offenes Ohr oder eine kleine Geste, um jemandem zu zeigen, dass er nicht allein ist.

Gespräche führen

Führe Gespräche und zeige echtes Interesse. Deine Aufmerksamkeit kann viel bewirken. Höre mit deiner ganzen Aufmerksamkeit zu und achte auf dein Gegenüber und die kleinen Zwischentöne.

Praktische Hilfe leisten

Manchmal kannst du auch praktisch helfen, sei es durch gemeinsame Aktivitäten oder kleine Gefälligkeiten. Wichtig ist, dabei keinen Druck aufzubauen.

Nimm dich und andere wichtig

Soziale Isolation ist ein ernstes Problem, das uns alle jederzeit betreffen kann. Wenn du die Anzeichen bei jemand anderen wahrnimmst, dann nimm sie ernst und biete deine Hilfe an. Geh genauso fürsorglich mit dir selbst um, wenn du bei dir selbst Anzeichen entdeckst, dann such dir Hilfe oder bitte jemanden darum.

Mehr Infomationen: anima-pluma.de

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